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Das neue Rating der Volksbanken und Raiffeisenbanken

Bild: Rating für den MittelstandDie neuen Ratingverfahren der Volksbanken und Raiffeisenbanken beinhalten Kriterien der traditionellen Kreditwürdigkeitsprüfung mit einer klaren Ausrichtung auf die künftige Entwicklung des Unternehmens.

Eine solche Gestaltung ist im gegenseitigen Interesse von Banken und Firmenkunden. Zum einen dient es dem Schutz der Kreditgenossenschaften vor überhöhten Kreditverlusten, zum anderen begrenzt es dadurch die Zinskosten für die Kreditnehmer.
Ratingverfahren sind Instrumente der Unternehmensanalyse und der Gewinnung von zeitnahen Informationen über die Bonität von Unternehmen. Die neuen Ratingverfahren im genossenschaftlichen Verbund wurden u. a. aufgrund von Anforderungen im Zusammenhang mit den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken aus Basel II nicht als Frühwarnsystem zur Erkennung zukünftiger Verschlechterungen der Kreditnehmerbonität konzipiert.
Sie dienen vielmehr durch die Einbeziehung von Faktoren aus verschiedenen Leistungsbereichen des zu untersuchenden Unternehmens der Darstellung des aktuellen Bonitätsstatus des Kreditnehmers. Dennoch lässt sich durch eine Beobachtung der zum Rating führenden Merkmale eine Trendaussage über die Wahrscheinlichkeit von Leistungsstörungen im Engagement bzw. über die Zukunftsfähigkeit des Kreditnehmers ableiten. Das hieraus mögliche regelmäßige Feedback der Bank gegenüber ihren Kunden, gestützt auf eine breite Datenbasis und auf die fundierte Erfahrung der Kreditberater, ist gleichzeitig die Chance für Kreditinstitute und Kreditnehmer, das gegenseitige Vertrauen auf eine neue Grundlage zu stellen. Der mittelständische Kunde erwartet heute nicht nur eine strategische Beratung in Finanzierungsfragen und innovative Finanzierungskonzepte, sondern auch eine aktive Begleitung seiner Unternehmensentwicklung. Da dies natürlich auch im Interesse des  Kreditinstituts liegt, sollten der Ratingprozess und die Ratingergebnisse gemeinsam von Kundenbetreuer und Kunden aktiv dazu genutzt werden, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.


Bewertungsskala
Die durch die Mittelstand-Ratings ermittelten Ratingergebnisse werden auf der zentralen Bewertungsskala des genossenschaftlichen Verbundes eingestuft. Insgesamt bestehen 15 verschiedene Gutklassen und die von den zukünftigen aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalbestimmungen vorgegebenen Ausfallklassen. Die Bewertungsskala ist ein zentraler Baustein des Ratings, denn sie dient nicht nur der Kommunikation des Rating gegenüber dem Kreditnehmer. Sie findet ferner Anwendung in bankinternen Controlling-Anwendungen und kann durch ihre feine Abstufung direkt bei der Zinsfindung eingesetzt werden. Auch die Staffelung der zukünftigen Baseler Eigenkapitalunterlegung beruht auf der Klassifikation der garateten Kreditnehmer. Die Definition der Bewertungsskala enthält daher nicht nur eine eindeutige Bezeichnung der Ratingklassen, sondern auch die eindeutige Zuordnung von Ausfallraten zu diesen Klassen.

Ratingmodell

Bezeichnung

Ausfallrate

1a
1b
1c
1d
1e
2a
2b
2c
2d
2e
3a
3b
3c
3d
3e
4a
4b bis 4e

sehr gute Bonität
sehr gute Bonität
sehr gute Bonität
gute Bonität
gute Bonität
gute Bonität
gute Bonität
befriedigende Bonität
befriedigende Bonität
befriedigende Bonität
ausreichende Bonität
ausreichende Bonität
ausreichende Bonität
ausreichende Bonität
ausreichende Bonität
mangelhafte Bonität
Ausfallklassen

0,07%
0,10%
0,15%
0,23%
0,35%
0,50%
0,75%
1,10%
1,70%
2,60%
4,00%
6,00%
9,00%
13,50%
20,00%
100,00%
ausgefallen



Modellaufbau
Die Ratingmodelle BVR-II-Rating Mittelstand und BVR-II-Rating Oberer Mittelstand setzen sich jeweils aus zwei Teilkomponenten zusammen: den quantitativen Kennzahlen zum Jahresabschluss sowie den qualitativen, zukunftsgerichteten Kriterien. In beiden Fällen erhalten die separat ermittelten Teilergebnisse der quantitativen und qualitativen Faktoren in etwa eine Gewichtung von 60 % bzw. 40 %. Bei Kreditnehmern im Segment BVR-II-Rating Mittelstand mit Offenlegung der privaten Vermögensverhältnisse nach § 18 KWG fließen diese zusätzlich in den quantitativen Block mit ein. Somit kann in diesem speziellen Kundensegment dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Vermögen häufig im Privatbereich gehalten wird.

Bild: Rating Modellaufbau



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