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„Das beste Jahr, seitdem ich hier bin
Die VR-Bank Bamberg hat 2009 ihr Betriebsergebnis deutlich gesteigert. Vorstandsvorsitzender Manfred Ullrich sieht eine ähnlich gute Ertragslage auch in diesem Jahr. Das Geld nutzt die Bank für die Modernisierung ihrer Geschäftsstellen.
Wenn Manfred Ullrich auf das Geschäftsjahr 2009 zurückblickt, kommt er ins Schwärmen. „Es war mit großem Abstand das beste Jahr, seitdem ich hier bin, sagt der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Bamberg. Ullrich kam 1998 zur VR-Bank, ein Jahr später wurde er Vorstandsmitglied. Besonders stolz ist der 54-Jährige auf die deutlich verbesserte Ertragslage der Bamberger Genossenschaftsbank. Mit einem Betriebsergebnis in Höhe von 11,1 Millionen Euro (Vorjahr: 5,6 Millionen Euro) liege man deutlich über dem Durchschnitt der VR-Banken in Bayern, berichtete Ullrich. Bei der sogenannten Cost-Income-Ratio – ein Maß für die Kosteneffizienz einer Bank – habe die VR-Bank Bamberg 2009 einen absoluten Spitzenwert erreicht. Um auf einen Ertrag von einem Euro zu kommen, musste die Bank im vergangenen Jahr nur 59,3 Cent einsetzen. Ein Jahr zuvor waren es noch 75,3 Cent gewesen.
Fusion bringt Synergieeffekte Als Grund für diese positive Ertragssituation führt Ullrich zwei Maßnahmen an: Kosten gesenkt, Erträge gesteigert. Auf der Kostenseite machten sich vor allem die Synergieeffekte aus der 2006 erfolgten Fusion der VR-Banken Bamberg, Hallstadt und Scheßlitz-Zapfendorf bemerkbar. Was die Erträge angeht, so hat die VR-Bank insbesondere im Provisions- und Vermittlungsgeschäft zulegen können (plus 10,3 Prozent). Die Kunden investierten laut Ullrich verstärkt in Fonds und Versicherungsanlagen. Insgesamt stieg das betreute Anlagevolumen der Kunden um vier Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen bei der Bank selbst stiegen um neun Millionen auf 711 Millionen Euro. Bewegung gab es im Kreditgeschäft. Zwar änderte sich am Gesamtvolumen kaum etwas – es lag auch Ende 2009 unverändert bei 280 Millionen Euro –, aber es wurden 67,2 Millionen Euro an neuen Krediten vergeben, ein Plus von mehr als 20 Prozent zum Vorjahr. Die Nachfrage der Kunden bezog sich dabei laut Ullrich vor allem auf Photovoltaikanlagen und Gebäudesanierungen. 18,3 Millionen Euro des Kreditneugeschäfts entfiel auf Firmenkunden. Dass es insgesamt kein Wachstum im Kreditgeschäft gab, lag an den Sondertilgungen. „Diese waren so hoch wie nie, berichtete Ullrich. Hier mache sich die derzeit günstige Zinsphase bemerkbar.
Die Zuwächse bei den Kundeneinlagen zeigen sich am Ende in der Bilanzsumme. Sie stieg wie schon im Vorjahr um rund sieben Prozent auf 891 Millionen Euro.
Das gute Betriebsergebnis nutzt Ullrich, um die Eigenkapitalquote der Bank zu erhöhen. Um sieben Millionen werde das Eigenkapital aufgestockt. Die Bank verfüge damit über ein haftendes Eigenkapital von 69,4 Millionen Euro, was einer Quote von 21,8 Prozent entspreche. Vorgeschrieben seien derzeit acht Prozent, doch Ullrich rechnet über kurz oder lang mit einer Verdoppelung dieser Mindestkennziffer. „Doch auch das erreichen wir heute schon, sagte der Vorstandsvorsitzende.
Vom Jahresüberschuss in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro werden 570 000 Euro an die 22 887 Mitglieder der Bank ausgeschüttet. Das entspricht einer Dividende von vier Prozent – etwas weniger als in den Vorjahren, aber laut Ullrich „außerordentlich hoch im Vergleich zum Kapitalmarktzins.
Ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2009 erwartet Ullrich auch in diesem Jahr: „Wir nutzen das, um zu investieren. Das Geld werde dabei vor allem in die Modernisierung der 33 Geschäftsstellen in der Stadt- und im Landkreis gesteckt. So habe man im vergangenen Jahr bereits die Geschäftsstellen in Hallstadt, Scheßlitz, Hirschaid, Memmelsdorf und Kemmern renoviert und umgebaut. Derzeit sei die Hauptstelle in Bamberg dran.
120 000 Euro für die Region Als Erfolgsmodell sieht der Vorstandsvorsitzende die Geschäftsstrategie der Genossenschaftsbank – und die setze ausschließlich auf sichere Anlagen. „Wir haben kein Geld in Griechenland, betonte er. Das hätten zuletzt auch die Kunden zu schätzen gewusst. Rund 2000 seien im vergangenen Jahr dazugekommen. Insgesamt beziffert Ullrich die Zahl der Kunden seiner Bank auf knapp 73 000. Sie werden von rund 220 Bankangestellten betreut. Die Mitarbeiter erhalten in diesem Jahr Verstärkung von acht neuen Auszubildenden.
Für gesellschaftliche und soziale Projekte stellte die VR-Bank im vergangenen Jahr 120.000 Euro zur Verfügung.
Quelle: Fränkischer Tag Bamberg - Ausgabe vom 28.05.2010 Foto und Text: Matthias Litzlfelder |